Besucher derzeit

Wir haben 9 Gäste online

Gefällt ? Klick !

LogIn (intern)

Startseite
Schkeuditz: Stadtrat pro Feuerwehr Drucken E-Mail
Geschrieben von: Marko Kabitzsch   
Montag, den 12. Oktober 2009 um 16:07 Uhr

Ehrenamt fördern
Bildquelle & Bildrechte

Aufgrund der zahlreichen Kräfte, die aus Altersgründen alsbald aus dem aktiven Dienst ausscheiden, werden in der Freiwilligen Feuerwehr Schkeuditz dringend junge Kräfte gesucht. Doch das ist - wie überall - nicht leicht. Die Stadträte von Schkeuditz haben deshalb per Beschluss die Entschädigung der ehrenamtlich tätigen Freiwilligen Kameraden kräftig erhöht. Auch mit vergünstigtem Erwerb kommunalem Wohneigentums soll künftig die Mitarbeit in den örtlichen Wehren gefördert werden.

Ein deutliches Signal, mit welchem Schkeuditz für die Feuerwehr wirbt. Lesen sie dazu auch die Mitteilung der LVZ vom 10.10.2009: 

Weil die Schkeuditzer Stadträte wissen, was sie an ihren freiwilligen Feuerwehren haben, fielen die jüngsten Beschlüsse zugunsten der Kameraden auch einstimmig aus. So wurde auf der Sitzung am Donnerstagabend die Satzung zur Entschädigung der ehrenamtlich tätigen Brandbekämpfer dahingehend geändert, dass der Feuerwehrkasse jährlich 10000 Euro mehr zur Verfügung stehen. Auch für dieses Jahr wurden den Kameraden mittels einer außerplanmäßigen Ausgabe 10000 Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt.

Begründet wird die Bereitstellung der Mittel damit, dass das außergewöhnliche Engagement der Feuerwehrleute, „die immer wieder auch Leib und Leben riskieren“, besonders gewürdigt werden soll. Zudem sei bereits im Brandschutzbedarfsplan 2007 beschlossen worden, zur Stabilisierung des Personalbestandes und der Ausbildungsbereitschaft Lehrgangsabschlüsse und Beförderungen finanziell anzuerkennen. Das stünde auch im Einklang mit der Landespolitik, dieses Ehrenamt zu stärken und zu fördern. Mehr noch. Der Stadtrat verabschiedete außerdem eine geänderte Eigenheimrichtlinie, nach der Feuerwehrleute, die sich in der Nähe der Einsatzstellen niederlassen wollen, einen zehnprozentigen Nachlass beim Kauf stadteigener Grundstücke erhalten. Bisher wurden so nur Familien mit Kindern gefördert.

Mit all diesen Maßnahmen wollen Verwaltung und Kommunalpolitiker natürlich erreichen, dass sich auch künftig junge Leute für den Dienst bei der freiwilligen Feuerwehr entscheiden. Wie notwendig das ist, verdeutlichte der Bericht von Stadtwehrleiter Uwe Müller, der sich im Namen der Kameraden für die einstimmig gefassten Beschlüsse bedankte. „Wir hoffen, durch die Beschlüsse weitere Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt für die Feuerwehr gewinnen zu können. Wir brauchen unbedingt mehr Personal, um auch künftig die Einsatzbereitschaft sicherzustellen.“ In den nächsten Jahren würden altersbedingt einige Einsatz- und Führungskräfte ausscheiden. Doch ohne Nachfolger können keine Einsätze geleitet werden. Auch Ordnungsamtschef Michael Winiecki wies auf den Ernst der Lage hin: „Wenn keine ausgebildeten Kräfte mehr da sind, dann hat die Stadt ein Problem.“

Wie groß das Problem wäre, wurde wiederum bei Müllers Ausführungen deutlich. Die Stützpunktfeuerwehr Schkeuditz und die fünf Ortsfeuerwehren Radefeld, Dölzig, Glesien, Wolteritz und Gerbisdorf rückten dieses Jahr bereits zu über 130 Einsätzen aus. 40 davon waren nachts und 28 an Sonn- und Feiertagen. 132 Stunden waren die Kameraden im Einsatz. So erklangen die Sirenen unter anderem zu Jahresanfang nach der Hausexplosion in der Edisonstraße, bei einem Großbrand eines Bürocontainers an der Baustelle Luppebrücke, bei Hausbränden in Wolteritz und in der Anstaltsgasse sowie bei zahlreichen Verkehrsunfällen mit verletzten und ein- geklemmten Personen. Ebenso gehören je eine Schwanen- und Katzenrettung zur Bilanz. Was die Arbeit der Kameraden erschwert, sind „böswillige Fehlalarmierungen“ zu vermeintlichen Bränden und Verkehrsunfällen. Auch Brandmelder etwa im Maßregelvollzug oder im Rathauscarrée spielen den Kameraden öfter einen Streich und sorgen für Fehlalarme. Am Ende seiner Rede dankte Müller unter dem Beifall der Stadträte namentlich allen Sponsoren und Unterstützern der freiwilligen Feuerwehr.

Quelle: Leipziger Volkszeitung 

Ob auch andere regionale Kommunen gleichziehen, bleibt ungewiss. Dies ist letztlich nicht nur eine Frage der kommunalen Finanzpolitik, sondern insbesondere auch eine Frage, wie in der Politik zu Ehrenamt und zur Freiwilligen Feuerwehr gestanden wird.