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| Test: Holmatro Core-Technologie |
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| Geschrieben von: Marko Kabitzsch | ||||
| Mittwoch, den 08. Juli 2009 um 13:13 Uhr | ||||
![]() Nach Umrüstung unseres Rettungssatzes auf Holmatro Core - Technologie möchten wir unsere Erfahrungen gern weitergeben: Was ist Core ? Die Core-Technologie vereint die bisherigen 2 Hydraulikschläuche von Aggregat zu Werkzeug (Hydraulische Rettungsschere, hadraulischer Spreitzer oder Hydraulikstempel) in einem einzigen Schlauch, wobei im inneren der Hochruck (Vorlauf) und aussen herum der Niederdruck (Rücklauf) geführt wird. Darüber hinaus gibt es weitere Merkmale, auf die im Einzelnen noch eingegangen wird. Ausgangssituation: Unser System wurde vom herkömmlichen System, welches über 2 Schlauchtrommeln mit je 2 Schäuchen a ca. 20 m verfügte, umgerüstet auf das Holmatro-Core-System. Hierbei wurden die je 2 Kupplungen und Schlauchpeitschen an den Rettungsendgeräten (Schere, Spreizer, Hydraulikstempel) gegen eine direkt an den jeweiligen Endgeräten angebrachte Core-Kupplung getauscht. Die vorhandenen 4 Schläuche wurden gegen einen Core-Duplex-Schlauch mit einer Länge von 10 m ersetzt. Am Aggregat wurde die Umschalteinheit demontiert und die 4 vorhandenen Kupplungen (2 Vorlauf, 2 Rücklauf) gegen 1 Core-Kupplung ersetzt. Nach ersten Tests lässt sich folgende Einschätzung abgeben: Vorteile: Das Handling der neuen Kupplungen ist im Vergleich zum bisherigen System durchaus sehr positiv zu bewerten. Das Kuppeln ist nun unter Druck problemlos und leichtgängig möglich. Das Handling des Core-Schlauches ist problemlos. Durch das selbstständige Drehen des Duplexschlauches in der jeweiligen Einzelkupplung ist kein Verdrehen oder Verwinden des Schlauches zu beobachten. Auch das Aus- und Einrollen des Schlauches ist einfacher. Ein Knicken oder Verheddern des Schlauches dürfte aufgrund seiner Beschaffenheit - brachiale Gewalt ausgenommen - nahezu unmöglich sein. Die Schlauchtrommeln entfallen. Durch den Wegfall der Schlauchpeitschen an den Endgeräten ist hier besseres Handling und Verstauen möglich. Hinsichtlich sicherheitstechnischer Belange dürfte die Verletzungsgefahr durch Ölaustritt nach Schlauchschäden aufgrund des aussen liegenden Niederduckrücklaufes (ca. 25 bar) und des innen liegenden Hochdruckvorlaufes (ca. 720 bar) tatsächlich gemindert werden, was sich allerdings nur visuell bewerten und für uns nicht testen lässt. Durch den Wegfall der Umschalteinheit am Aggregat entfällt das frühere Umschalten von einem auf das andere Gerät, die Gebundenheit des Maschinisten an das Aggregat und die damit verbundene Verständigungsproblematik. Die dies dürfte aus taktischer Sicht und aus Gesichtspunkten der Unfallverhütung durchaus positiv zu bewerten sein.
Nachteile: Vorweg zu nehmen ist, dass das Core-System bislang an sich selbst keinen Nachteil aufgezeigt hat. Nachteile weist hier die uns derzeit zur Verfügung stehende Konfiguration auf (unser Aggregat ist lt. Hersteller nicht auf einen Anschluss von 2 Core-Schläuchen nachrüstbar). Die Schlauchlänge von 10 m ist als etwas zu kurz bewerten, da bei einem ungehinderten Arbeiten um ein verunfalltes Kfz hier ggf. mehrfaches Umrücken des Aggregates erforderlich wird. Etwas mehr dürfte es ruhig sein. Durch den Einsatz nur eines einzigen Schlauches werden die Vorteile des Core-Systems etwas reduziert. Insoweit durch weniger physisch vorhandene Kupplungen am System ein Weniger an Kuppeln und damit eine Ersparnis an Zeit und eine Minimierung des Eindringens von Schmutz in das Hydrauliksystem erreicht werden kann, wird dies im vorliegenden Fall durch Mehraufwand wegen ständigen - wenn auch leichtgängigem - Umkuppeln der Endgeräte nachteilig beeinflusst. Auch ist das Umkuppeln der Endgeräte im Einsatzfall an sich nicht zweckmäßig und nicht Sinn des Systems, da es zu Zeitverlust und arbeitstechnischem Mehraufwand führt - und damit dem Grundgedanken des Systems entgegenwirkt. Dies lässt sich bei einem Einsatz mit 2 Hydraulikstempeln in Verbindung mit Schere und Spreizer - zwischen denen ständig hin und her gekuppelt werden müsste - sicher auch messbar nachvollziehen. Auch der Vorteil des geringeren Schmutzeintrages wird durch das erforderliche Mehrkuppeln bei einem Schlauch verringert. Der Rettungssatz könnte bei entsprechender Konfiguration des Aggregates auch über 2 Core-Schläuche verfügen. Dies ist bei neueren Generationen der Holmatro-Aggregate nach unseren Informationen ab Werk lieferbar (siehe Foto).
Fazit: Die Holmatro-Core-Technologie kann nach unseren bisherigen Erfahrungen als durchaus positiv bewertet werden. In Abhängigkeit vom verwendeten Aggregat ist der Einsatz von 2 Core-Schläuchen - je ein Schlauch je Werkzeug - nicht zwingend erforderlich, aber sicher empfehlenswert. Mehr Informationen zu Core beim Hersteller >> Anmerkung: Dieser Beitrag stellt keine Werbung für den Hersteller oder das Produkt dar. Er soll ausschließlich unsere Erfahrung mit dem Produkt des Herstellers wiedergeben und dem Betrachter die Möglichkeit geben, sich über unsere Erfahrungen zu informieren. |




