| Suizid mit Schwefelwasserstoffgas |
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| Geschrieben von: Marko Kabitzsch |
| Freitag, den 27. Januar 2012 um 12:13 Uhr |
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Wir hatten bereits in einem anderen Beitrag auf die möglichen Gefahren für die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie die erforderlichen Schutzmaßnahmen bei unklaren Einsatzsituationen hingewiesen. Im speziellen Fall ging es um einen Suizid mittels Kohlenmonoxyd. Zwischenzeitlich erfuhren wir von einem weiteren Fall, bei dem ein Suizid ebenfalls zu einer Gefährdung der Einsatzkräfte hätte führen können - hier speziell eine Selbstvergiftung mit Schwefelwasserstoffgas. Die Information stammt von der Bundespolizeidirektion Stuttgart und datiert bereits auf Novemner 2011. Den Wortlaut des Informationsschreibens sowie das Schreiben selbst haben wir hier beigefügt.
Selbstmord mit Hilfe von Reinigungs-, Kosmetik- und Pflanzenschutzmitteln ist eine neuere Methode, die laut Veröffentlichungen aus Japan, den USA und Großbritannien immer mehr in Mode kommt. Interpol gab eine Warnmeldung heraus, da Beschreibungen dieser Selbstmordmethode und Informationen dazu mehrfach im Internet auftauchen. Eine Methode, die des öfteren beschrieben und scheinbar immer häufiger angewendet wird, ist die Verwendung von säure- oder schwefelhaltigen Haushaltschemikalien zur Produktion des tödlichen Gases Dihydrogensulfid (H2S). Diese neue Art des Selbstmordes ging von Japan aus, wo mindestens 500 Menschen - Männer, Frauen und Kinder- in der ersten Hälfte des Jahres 2008 auf diese Art zu Tode kamen. Polizei, Feuerwehren und Ambulanzen sollte bekannt sein, dass Selbstmorde dieser Art immer in geschlossenen Räumlichkeiten, wie z.B. Fahrzeugen, Schränken, kleinen Räumen geschehen. Das Opfer mischt dabei die zu verwendenden Chemikalien selbst in einem offenen Behältnis, z.B. Eimer an. Ist die korrekte Mischung entstanden, wird Schwefelwasserstoff freigesetzt. In einigen Fällen wurden von den Opfern Warnhinweise aufgestellt, um die Ersteingreifkräfte vor der Gefahr zur warnen. Ebenso wurden durch die Opfer oft die Fenster und Lüftungsöffnungen von Fahrzeugen mit Klebeband verklebt, um ein Entweichen des entstehenden Gases zu verhindern.
Am Montag, 19.09.2011 gab es einen Suizid mittels Schwefelwasserstoff am Kaarster See(NRW). Der BET wurde leblos in seinem Pkw gefunden. Die Person im Pkw war, nach Angaben der Kollegin komplett blau angelaufen und augenscheinlich tot. Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurde von den Kollegen der Pkw weiträumig abgesperrt (30 m Radius). Die Feuerwehr öffnete in Schutzanzügen das Auto. Der beißende Schwefelgeruch war weithin riechbar. Die persönlichen Gegenstände des Suizidenten wurden luftdicht und nur unter zur Hilfenahme von Schutzanzügen durch die Feuerwehr verpackt und von einem Gefahrguttransporteur übernommen. Die Leiche des Suizidenten musste erst einmal einige Stunden ausgasen, bevor sie luftdicht verpackt wurde. Alle Ritzen am Pkw wurden mit Panzerband abgedichtet, damit nichts von dem Giftgas mehr nach Außen dringen konnte. Der Einsatz selber dauerte mehrere Stunden. Von der Feuerwehr wurden Messungen bezüglich des Schwefelwasserstoffgehaltes in der Luft des Pkw gemacht. Die Kollegen hatten anscheinend eine Armee von Schutzengeln dabei, denn es wurde festgestellt, dass wenn sie die Türe des Pkw geöffnet hätten, sie sofort bewusstlos geworden wären und, da Schwefelwasserstoff schwerer ist als Luft und sich am Boden sammelt, sie innerhalb von ein bis zwei Minuten verstorben wären. Weiterhin ist das Gas so explosiv, dass der kleinste Funke beim Versuch des Öffnens der Türe ausgereicht hätte, um den Wagen und damit wohl auch die eingesetzten Beamten in die Luft zu sprengen.
Quelle: Polizei NRW, über Bundespolizeidirektion Stuttgart Das vollständige Schreiben mit weiteren Erklärungen ist im Anhang beigefügt. Bei unklaren Einsatzsituationen empfielt sich daher genell die Verwendung umluftunabhängigen Atemschutzes. |



